Grünes Bauen

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Baumeister

Als Ergänzung zum Artikel über Ken Yeangs Ausstellung in der Ifa Galerie Anfang des Jahres. – und als Gruss aus dem Sommerloch: Der Wikipediaartikel über seine Philosophie (also ein kleiner Ausschnitt daraus) mit  Markierung des Wortes Eco

KEN YEANGS Wiki eintrag

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In Japanisch-Schweizer Zusammenarbeit ist ein Bauwerk entstanden das eigentlich nicht mehr mehr als Hybrid bezeichnet werden kann: Statisch funktionert die Tragkonstruktion ohne Metallverbindungen. Lastabtrag und Decken kommen ohne Stahlbeton aus. Der Beton hat sich sozusagen bis in die Treppenhäuser  zurückgezogen  und hat dort -naja- noch zwei bedeutenden  Funktionen: Aussteifung und Sicherung des vertikalen Rettungsweges. Er hinterlässt ein Holztragwerk bei dem lediglich noch die Decken mit Gipsbauplatten und Sprinkler geschützt werden.

 

Tamedia Zürich MIKADO J.Pfäffinger

(Q: Mikado 1-2/2013)

Die Rahmen (ca 21m hoch und 17m breit) mit  jeweils vier Stützen(44x44cm)achsen(3m/11m/3m) sind über Zangen verbunden. Die Rahmen sind über ovale Rundhölzer mit vielfotographierten Steckverbindungen gekoppelt. Einen lesenswerten Artikel dazu ist in der Zeitschrift Mikado 1-2/2013 erschienen – vor einem Interview mit Hermann Blumer.

Bauzeit: Februar 2011 bis Mai 2013; Architekt: Shigeru Ban Architects; Entwicklung Holzbau: Hermann Blumer, Création Holz GmbH;Generalplaner Itten + Brechbühl AG; Holzbau: Blumer-Lehmann AG

 

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(Q: BDA Berlin / Daniela Friebel )

Das neue Produktionsgebäuder der ARTIS GmbH in Tempelhof  des Büros  Ziegert Roswag Seiler wurde letztes Jahr vom Berliner BDA  ausgezeichnet:

Es sei nochmal an den Artikel aus dem Jahr 2008 über die fortschrittlichen, jungen Architekten aus den neuen Bundesländern erinnert: Immerhin ist nun schon einer von drei Geschäftsführern des Büros aus dem Westen…aber das nur nebenbei. Schön ist jedenfalls, das Berlin beginnt sich auch bautechnisch ein Stückchen weiter an der Spitze des Zuges zu orientieren. Über ästhetische Fortschritte sollen Andere streiten (obwohl Fischbauchträger einfach schön sind). Jedenfalls haben die Architekten und Ingenieure ein effizientes und eben nicht mit Haustechnik überfrachtetes Stück Bauwerk geschaffen, das seine Qualitäten herzeigt ohne zu protzen.

Natürlich haben beipielsweise sauerbruch hutton in Berlin bereits ein umfangreiches Portfolio im Bereich nachhaltiges Bauen geschaffen. Auf der Habenseite lässt sich sicher der farbenfroher Diskussionsbeitrag zum Ästhetikdiskurs verbuchen. Andererseits: Der  kaum kontrollierbare technische Aufwand in Haus und Fassadentechnik bei sauerbruch hutton lässt sich  meiner Meinung nach nur schwer mit einer realen „sustainability“ vereinbaren. Aus zwei Gründen erscheint hier das Ziel lediglich theorethisch erreicht. Die aufwendigen, vorgehängten Fassaden erfordern energieaufwendige Unterkonstruktionen (Aluminium) und höchst empfindliche Bauteil- und Funktionsschichtungen mit begrenzter Lebensdauer. Die aufwendige Haus- und Gebäudeleittechnik inklusive deren Simulierung in  der Planung führt oft zu lediglich theoretisch bewiesenen Eigenschaften. Der Vorteil für das Gebäude, den Nutzer, die Energiebilanz und die Lebenszykluskosten sind in der Praxis schwer beweisbar. Hier gewinnt die Schönheit (Im Auge des Ingenieurs) vor und auf Kosten der Nützlichkeit…

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Q:rolando g / Flickr

(Q: rolando g / Flickr)

„Im ersten Teil der Dokumentationsreihe werden verschiedene Trends des ökologischen Bauens aufgezeigt. High-Tech-Häuser, die mit Elektronik, Sensoren, Chips und Verbundwerkstoffen aus der Nanotechnologie funktionieren, stehen biologischen Baustoffen wie Holz, Stroh und Lehm, die idealerweise aus der unmittelbaren Nachbarschaft des neuen Bauwerks stammen, gegenüber.

Vom griechischen Tempel über gotische Kirchen bis zum Schloss von Versailles – jede Epoche und jede Kultur hat in der Architektur Spuren hinterlassen. Und heute? Was sagen zeitgenössische Bauten über uns selbst aus und über die Gesellschaft, in der wir leben? Wie spiegelt sich das Umweltbewusstsein der Europäer in der Ästhetik der europäischen Architektur wider? Im zweiten Teil der Dokumentation äußern sich Architekten über die Werte, die den Baustil des beginnenden 21. Jahrhunderts prägen.“

(Frankreich, Finnland, 2009, 43mn), ARTE / YLE

Teil 1 am 22.08.2012, 13:28,Teil 2 am 23.08.2012, 13:28 sowie bis sieben Tage später in der Mediathek. Sehr empfehlenswert, da nicht wie inzwischen so oft übliche kritiklos die Meinung der porträtierten Architekten übernommen wird. Der Autor wägt ab und vergleicht die Schwerpunkte der gezeigten Beispiele und der dahinterstehenden Philosophien. Schliesslich kommt er für das Publikum nachvollziehbar zu einer Meinung..

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Internationale Konferenz Bauhaus Lectures 2010, veranstaltet von der          Stiftung Bauhaus Dessau, der Hochschule Anhalt (FH) und dem     Umweltbundesamt.   19/20.05.2010,  Aula im Bauhausgebäude.

(Bildquelle: http://www.bauhaus-dessau.de)

Aus dem Pressetext zitiert:“ Über „grüne und nachhaltige Architektur“ wird seit Jahren gestritten. Doch steckt hinter jeder Behauptung wirklich ein sinnvoller Umgang mit knapper werdenden Ressourcen? Wie ist es um das Verhältnis zwischen ökologischer Vernunft und modernem Gestalten bestellt? Eine internationale Konferenz unter dem Titel „Designing Ecologies“ am Bauhaus Dessau will nun untersuchen, wie die Architektur auf den Klimawandel reagiert, was nachhaltiges Design leisten kann, und wo Umweltpolitik gefragt ist. (…) Nach den Worten des Direktors der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, geht es um mehr als bloß Vordächer mit Sonnenkollektoren: „Es geht darum, wie wir Formen finden, die ökologisch verträglich sind. Dazu brauchen die Architekten und Designer auch ein besseres Marketing für die Technologien der Nachhaltigkeit.“ …

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Das englische Architekturbüro  dRMM von Alex de Rijke, Sadie Morgan und Philip Marsh (Royal College of Art) existiert seit ca 1995. drMM hat in den letzten Jahren durch seine systematische Konzentration auf innovative Holzkonstruktionen auf sich aufmerksam gemacht. Ausstellungen wie die Biennale in Venedig, in der Tate Modern und Preise wie 2009 den RIBA East Award für das „sliding house“ begleiten das junge Büro durch Ihre Karriere. Ihre nicht nur für Grossbritannien innovativen Holzkonstruktionen entwerfen sie und arbeiten diese mit Michael Hadi Associates als Tragwerksplaner aus. Eine Vortragsreihe von de Rijke trägt den obengenannten Titel er hat dieses Jahr die Peter Behrens Gastprofessur an der PBSA, dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Düsseldorf.

(http://www.drmm.co.uk/dRMM/projects)

„…ökologische Qualität, sozialen Anspruch und avancierte, materialbasierte Ästhetik..“ ist der Anspruch von drMM. Die Freude an der Arbeit sieht man den Projekten unübersehbar an. Hier konstruiert ein Architekt und Ingenieur der sich mit seiner unverkrampften Art wohltuend von der deutschen etwas freudlosen  Ingenieurkultur mit ihrem „Weltverbesserungsanspruch“ abhebt.

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Rudolph wurde 1918 in Kentucky geboren und starbe 1997 in New York City. Er studierte erst Architektur an der Alabama Polytechnic, später bei W.Gropius und M.Breuer an der Harvard University. Er war Teil der sogenannten Sarasota School of Architecture. und in den 50er-60 Jahren des letzten Jahrhunderts Dekan in Yale. Zu seinen Schülern gehörten z.B. Richard Rogers und Norman Foster

Zwischen 1940-66 errichteten die Mitglieder der Sarasota School Bauwerke die den international style in einen für die klimatischen Bedingungen in/um Sarasota/Florida passende Formensprache brachten:

Die Verwendung von aussenliegendem Sonnenschutz, Glaslamellenfenstern, breiten Glasschiebetüren nach Aussen, und neue Lüftungssysteme gingen auf die Anforderungen von örtlichem Klima und Terrain ein.

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(Photo WIKImedia,2007)

Eines der Schlüsselwerke aus dieser Periode die „Riverview High School“ von Paul Rudolph war 2006 vom Abriss bedroht. Nach Protesten wurde ein Aufschub bis März 2008 gewährt. Bis zu diesem Datum sollte ein Wettbewerb Lösungen für einen Erhalt liefern…

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Ein ganz eigener Typus des grünen Bauens ist die Ökosiedlung. Diese wurde einer der Hochphasen der alternativen Baukultur nach dem Ölpreisschock 1979 auch in Deutschland populär. Sie bot die Möglichkeit das neugewonnene Bewusstsein der Verantwortung für die Umwelt in eine lebende Manifestation zu verwandeln. Die Überzeugung konnte nicht nur in Form gegossen werden sondern auch in Gemeinschaft vorgelebt werden.

Diese Ökosiedlungen entstanden ab den frühen 1980er Jahren von Süddeutschland ausgehend in der ganzen BRD, wobei ein Blick auf die Statistik einen geradezu unheimlichen Vorsprung der Baden-Württembergischen Häuslebauer aufzeigt: von 25.700 realisierten (registrierten) Wohneinheiten sind 13.300 in BW entstanden alle 15 übrigen Bundesländer stellen die weiteren 49,873%…. (Quelle:www.oekosiedlungen.de 5/2008)

Eine der typischsten Siedlungen dieser Art ist der Cherbonhof in Bamberg (Bayern) der allerdings als Landschaftssiedlung angesprochen wird. Die Architekten Gerhard und Theodor Henzler hatten 1979 ein „Stadtökologischen Manifest“ (Leitbild für die Siedlungsplanung) für den BUND in Bayern erarbeitet. zum Verständiss des Manifests sei hier die Gliederung angeführt. Der Inhalt läßt sich leicht nachvollziehen…

Stadtökologisches Manifest
1. Nachbarschaften
2. Umweltschutz
3. Landverbrauch
4. Verkehrsverringerung
5. Teilautarkie
6. Gärten
7. Innenhofhäuser
8. Natur- und Heimatschutz
9. Gesundheit
10. Sozialkonzept
11. Sinne – Symbol – Maßstab
12. Mitte – Ordnung

Auf dieser Vorarbeit basierte die Konzeption der ab 1985-1989 von Ihnen realisierten Siedlung Cherbonhof.

Luftbildzeichnung.jpg

(Luftbildzeichnung Henzler)

Die eigentliche Leistung der Architekten, und so ist auch Ihr Selbstverständnis, liegt in der klugen Auswahl der Gestaltungssatzung und der geschickten Moderation des Bauprozesses. In einem sehr lesenswerten Aufsatz des Architekten Henzler u.a. über die Gestaltfindung schreibt der Architekt, dass die „…Entwicklung einer zukunftsfähigen öko-sozialen Architektur für Wohnhäuser … ein längerfristiger Prozess (sei), an dem sich die Medien, Politiker, Behörden, Verbände, Universitäten etc. beteiligen können. Erst dann kann ein Wettbewerb der besten Ideen stilbildend wirken.“

Nach diesen Sätzen greift einem auch der etwas mittelalterlich wirkende Heimatstil des nun 20 Jahre alten Objektes nicht mehr so giftig ans Herz; nein, man blickt frohgemut nach vorne, wissend was denn die 20 vergangenen Jahre an Stilbildung geleistet haben…

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(Bildquelle: www.reiter-rentzsch.de)
Reiter / Rentzsch Architekten ist eines der wenigen Büros die aktiv das Marktsegment grünes Bauen als ihre Kernkompetenz bewerben. Zusätzlich zu den Standardleistungen der HOAI bietet das Büro Beratungsleistungen im Bereich Energieverbrauch an. Gegründet 1992 in Dresden hat das Büro laut Website 6 Mitarbeiter. Für ihre Holzbaukonstruktionen haben sie unter anderem den „sächsischen Staatspreis Architektur´98“ und eine Anerkennung beim „Innovationspreis Holz Sachsen ´04“ gewonnen. Etwas enttäuschend ist lediglich der leichte Anklang bei vielen Bauten an die typisch süddeutsch/alternativen Gestaltungsschemata der Achziger- und Neunzigerjahre.

Wie auch bei z.B Code Unique (Dresden), teilweise Schulz+Schulz (Leipzig) oder Kaden+Klingbeil (Berlin) scheinen sich ostdeutsche Büros gezielt Marktlücken zu suchen, die sie auch erfolgreich besetzen können. Mir fehlt bis jetzt das Wissen über junge Büros im Westen, die ihre Positionierung über das kopieren des „Wettbewerb-aktuell-Stiles“ hinaus leisten.

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