Grünes Bauen

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Baukonstruktion

(Abbildung Q:www.DEZEEN.com)

Der Hersteller ROCA S.A. bietet mit W+W/Design: Gabriele and Oscar Buratti auf fast schon bedrückend einfache Weise eine mögliche Lösung für das Problem mit dem Grauwasserkreislauf…kein zusätzlicher zweiter Kreislauf im Haus, keine doppelte Verrohrung, kein zentraler Grauwasserspeicher, WC und Waschtisch rücken zusammen ohne Abstandsflächen zu verschwenden und werden einfach ein Objekt. Das WC bezieht sein Spülwasser vom Grau/Abwasser des Waschtisches. Die Kombination soll 25% Wasserersparnis bringen. Das Ganze hat nicht umsonst mehrere Preise bekommen: Wallpaper Design Award 2010, Design Plus (Deutsche Industrie und Handelskammer) usf. Also: baut das Ding ein damit man man sieht ob die Spanier das Ei des Columbus gelegt haben…wenn man den WC Deckel aufklappt sieht es nämlich mit der Mechanik darunter nicht mehr ganz so vollkommen aus.

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(Q: Stefano Paltera/U.S. Department of Energy Solar Decathlon)

Sulfurcell produziert und entwickelt seit 2003 Dünnschichtsolarmodule aus Chalkopyrithalbleitern (CIS/CIGSe). Das Berliner Industrieunternehmen ist eine Ausgründung aus dem Hahn-Meitner-Institut, Europas größter Forschungseinrichtung für Dünnschichtphotovoltaik. Würth Solar z.B. hat ähnliche Produkte im Angebot. Die Vorteile der CIS Module bestehen im wesentlichen in dem geringeren Materialverbrauch – sie sind bis zu100 mal dünner als Silizium-Solarzellen und erreichen inzwischen einen höheren und beständigere Wirkungsgrad als amorphe Siliziumzellen. Lediglich die Verwendung von Cadmiumsulfid-giftig und als Schwermetall recht unpopulär im Organismus, genauso wie das Selenid in der CIS Schicht (bei Sulfurcell durch den Schwefel ersetzt) – trüben die Umweltbilanz beträchtlich.

Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung zur nahtlosen Integration in die Gebäudehülle mit diesen Produkten einen Schritt vorangekommen: Die rahmenlosen Platten lassen sich z.B. als hinterlüftete Vorhangfassade oder in Pfosten/Riegelkonstruktionen einsetzten… zu sehen  beim Firmengebäude von Sulfurcell und verschiedenen Solar decathlon Projekten (Würth).

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„be part of it“ ist der claim der diesjährigen ecobuilt 2010 die Anfang März mit 1000 Ausstellern und 41.000 Besuchern stattfand. Hauptsponsor ist der britische Zertifizierungsdienstleister bre. Die Konferenzthemn drehen sich hauptsächlich um das Thema zero carbon buildings. Teile der Vorträge sind noch auf der Website zu finden. Interessanter erscheint hier ein kurzer überblick über vorgestellte Produkte und Baukonstruktionen:

cityscape green walls: auf dem Kontinent ist vor allem das Produkte eines Niederländers bekannt. Hier gibt´s nochmal einen Überblick über Konkurrenzprodukte und -konstruktionen: Mobilane, Biotecture, ANSystem von Aldingbourne und MMA von Jakob rope systems

 

(Bildqelle: www.ecobuild.co.uk)

Schön und durchsichtig sind die Recyclingglasprodukte von eluna Green Bottle Unit LLP, Hackney, East London:„…Using glass bottles and float glass from the domestic and industrial waste stream, …. Surfaces such as tiles, paviours, worktops, cladding facades and now also beautiful bricks to build walls are available…. eluna offers a standard choice and bespoke solutions which can be produced as cast and polished forms to sizes up to 3 x 1 meter and to 20/50mm depth….“

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Der sonnige Zehnkampf wird eigentlich vom U.S. Department of Energy für Hochschulen ausgeschrieben. Aufgabenstellung ist die Realisierung eines ±70m² grossen Wohngebäudes. Erstmalig fand der Wettbewerb 2002 in Washington statt. Nach 2002, 2005, 2007 und 2009 findet der nächste Amerikanische Decathlon 2011 statt. In den geraden Jahren wird ein „Solar Decathlon Europe“ stattfinden. Zum ersten mal in Madrid. Da die Vorbereitungen für ein Haus mindestens 1 Jahr benötigen, kann man sich nun überlegen ob die Europäer Ihre alten Modelle nach Amerika verschiffen oder umgekehrt.

Wettbewerbe wie dieser sind natürlich Wasser auf der Mühle des Fortschritts. Hier können wie in den  Follies, den technischen Spielereien in den englischen Landschaftsparks im 18.-19.Jhd die neuesten Spielereien der Bautechnik gefahrlos getestet werden. Die Präsentation der Projekte sollte ein Musterbuch des grünen Bauens ergeben.

Anbei das Siegerprojekt 2009 von der TU Darmstadt…ja wieder der gleiche Gewinner wie 2007. Für den Wettbewerb 2010 wird auch auf Youtube hochgerüstet: Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Filmchen zum Bau und Konzept der solar decathlon Häuser. Der Beitrag der University of Nottingham: Wie ein Kommentar bemerkt, und das gilt eigentlich für die Gesamtheit dieser Haustechnik-Architektur-Grafik: “…these intelligent arrows convinced me definitly !” Naja, mache Dinge sind unausrottbar.

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WECOBIS ist ein Webbasiertes ökologische Baustoffinformationssystem. Es entstand aus der Datenbank ECOBIS. Diese ist im Jahr 2000 aus dem Fachinformationssystem BUG (Baustoffe – Umwelt – Gesundheit) des Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen weiterentwickelt worden. Träger ist das BmVBS mit verschiedenen Kooperationspartnern

Es bietet Lebenszyklusdaten für Bauprodukte mit Informationen zu Rohstoffwahl, Herstellung, Verarbeitung,  Nutzung und Nachnutzung sowie Online-Verknüpfungen zu weiteren Datenquellen

Das System wendet sich an Fachleute trägt aber inzwischen ein beachtliches Wissen in sich, auch wenn grosse Teile aus Standardliteratur wie z.B Zwiener/Mötzl zitiert werden.

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Philippe Rahm, wurde 1967 in Pully/CH geboren. Er studierte bis 1993 an der EPF Lausanne und ETH Zürich. In den letzten Jahren hatte er Lehraufträge an Hochschulen in Paris, Mendrisio, ETH Lausanne und der AA London. Zur Zeit ist er Professor der ECAL Lausanne und liest unter anderem an der Princeton und Cooper University. Er lebt und arbeitet in Paris und Lausanne. Er vertrat die Schweiz bei der 8. Architektur Biennale in Venedig 2002, und stellte unter anderem im Centre Georges Pompidou und Kunsthaus Graz aus.

Bekannt wurde er durch seine Installation Hormonorium im Schweizer Pavillion der Biennale 2002. Dort simulierte er mit seinem Kollegen  Jean-Gilles Décosterd eine „Gebirgslandschaft“: Ein extrem heller Raum  mit 10.000 Lux und einem reduziertem Sauerstoffgehalt von 14.5% soll dem Organismus eine Hochgebirgsumgebung vorspiegeln…der menschliche Körper reagiert unmittelbar, verändert den   Hormonspiegel und leitet bestimmte physiologische Adaptionsprozesse ein.

Rahms Arbeiten spielen mit der Macht der gebauten Räume über die Bewohner. Seine Installationen überspitzen die allgegenwärtige Manipulation des menschlichen Organismus durch die Architektur und machen uns den allgegenwärtigen  Regelkreislauf aus Manipulation/Adaption bewusst. Zum Thema was Clima Design eigentlich wirklich ist, werden hier grundlegendere Fragen aufgeworfen als beim gleichnamigen Verein der TU München (http://www.climadesign.de) beantwortet werden können… so sei hier aus seinem Text zum  Nantes Pavillon, 2006 zitiert:

„…FORM AND FUNCTION FOLLOW CLIMATE

Two major theories are confronted in relation to architectural program and form. The first is American architect Louis Sullivan’s famous dictum: Form follows function. The purpose of a building should be the starting point for its design. What is implied here is the pragmatic role of architecture as a spatial response to a program, in terms of surface, spatial relations and construction techniques.

It is in the early 60s that a counterpoint to this modern credo appeared with Function follows form, expressed by Louis Kahn among others. The notion of program was criticized for being a univocal answer to needs and activities. The history of architecture has demonstrated that architectural form is permanent whereas the program and the function of a building as well as its needs might change and transform with time.

Our intention is to question the relation between form and function by exploring how architecture can also depend on a contingent relation to atmospheric conditions generated – as we will see in the installation – as much from form as from function. The aim is to conceive an architecture free of any formal and functional predetermination: variable, fluctuating, open to meteorological variations, passage of time,  seasonal changes, night and day alternations as well as to sudden appearances of unanticipated functions and of unexpected forms….“

Photo/Rendering :  Split time café, 2007,  Phillip Rahm
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http://www.solardecathlon.org

Der sonnige Zehnkampf wird vom U.S. Department of Energy ausgeschrieben. Das Finale 2007 fand in Washington DC statt. Zwanzig Universitäten haben sich in Entwurf, Konstruktion und Betrieb eines diesmal ausschliesslich solar betriebenen Hauses gemessen. Auf der National mall haben die teilnehmenden Universitäten aus USA, Kanada, Spanien und Deutschland eine Art solares Dorf aufgebaut. In zehn Disziplinen wie

• Architecture — 200 points
• Engineering — 150 points
• Market Viability — 150 points
• Communications — 100 points
• Comfort Zone — 100 points
• Appliances — 100 points
• Hot Water — 100 points
• Lighting — 100 points
• Energy Balance — 100 points
• Getting Around— 100 points

treten die Konstruktionen gegeneinander an. Letztjähriger Sieger war die erstmalig teilnehmende TU Darmstadt mit den Projektleitern M.Hegger, A.Georgi-Tomas, B.Gehrung, I.Schäfer. Intelligentes Detail war die aus der Automobilindustrie übernommene Plattformtechnik, d.h. die komplette Haustechnik wurde über einen Hohlboden verteilt. Die Grundrisskonzeption unterstützt eine vom Kern nach aussen sich entwickelnde Zonierung mit sinkendem Wärmebedarf. Leider war hier kein Grundriss aufzutreiben. In die Kategorie Schnickschnack fallen meiner Meinung nach die motorisch nachgeführten Solarlamellen an der Fassade. Die TU Darmstadt hat sich jedenfalls – als einziger Deutscher Teilnehmer – ihre Vorreiterrolle im Bereich nachhaltiges Bauen bestätigen lassen.

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