Grünes Bauen

(Q: Photos: ATP Architekten)

ATP Architekten haben gleich 2 Preise für ihre Industrietriehalle ( Bauherr: HILTI) in Thüringen bei Innsbruck erhalten:Den Energy Globe award ( Energieinstitut Vorarlberg)  und eine Lobende Erwähnung beim Europäischen Architekturpreis 2009 Energie und Architektur

Der Neubau besteht aus einem vertikalen schwarz verkleideten Hochregallager und dem langestreckten Produktionsgebäude. Schön zeigen die Innenaufnahmen die Einheit von Kontruktion und Form. Dies ist bei Shedkontruktionen sicher keine Herkulesaufgabe, als Holzbau kommt die doch filigran wirkende Dachkontruktion mit Ihrer Nutzung der verschiedenen Kontruktionschichten zur Medienverteilung aber schön und pragmatisch zur Geltung.

Ob die Nachhaltigkeitspoesie mit den“ ….kreativen Systemen zur Erdwärme-, Grundwasser- und Abwärmenutzung.“ hält was sie verspricht, läßt sich wie immer leider nicht nachprüfen. Es wäre doch tatsächlich mal an der Zeit ein verlässliches Instrumentarium zum objektiven  Vergleich (zumindest in Teilbereichen) zu schaffen….

 Produktions- und Logistikgebäude

Read More

(Abbildung Q:www.DEZEEN.com)

Der Hersteller ROCA S.A. bietet mit W+W/Design: Gabriele and Oscar Buratti auf fast schon bedrückend einfache Weise eine mögliche Lösung für das Problem mit dem Grauwasserkreislauf…kein zusätzlicher zweiter Kreislauf im Haus, keine doppelte Verrohrung, kein zentraler Grauwasserspeicher, WC und Waschtisch rücken zusammen ohne Abstandsflächen zu verschwenden und werden einfach ein Objekt. Das WC bezieht sein Spülwasser vom Grau/Abwasser des Waschtisches. Die Kombination soll 25% Wasserersparnis bringen. Das Ganze hat nicht umsonst mehrere Preise bekommen: Wallpaper Design Award 2010, Design Plus (Deutsche Industrie und Handelskammer) usf. Also: baut das Ding ein damit man man sieht ob die Spanier das Ei des Columbus gelegt haben…wenn man den WC Deckel aufklappt sieht es nämlich mit der Mechanik darunter nicht mehr ganz so vollkommen aus.

Read More

(Q: Stefano Paltera/U.S. Department of Energy Solar Decathlon)

Sulfurcell produziert und entwickelt seit 2003 Dünnschichtsolarmodule aus Chalkopyrithalbleitern (CIS/CIGSe). Das Berliner Industrieunternehmen ist eine Ausgründung aus dem Hahn-Meitner-Institut, Europas größter Forschungseinrichtung für Dünnschichtphotovoltaik. Würth Solar z.B. hat ähnliche Produkte im Angebot. Die Vorteile der CIS Module bestehen im wesentlichen in dem geringeren Materialverbrauch – sie sind bis zu100 mal dünner als Silizium-Solarzellen und erreichen inzwischen einen höheren und beständigere Wirkungsgrad als amorphe Siliziumzellen. Lediglich die Verwendung von Cadmiumsulfid-giftig und als Schwermetall recht unpopulär im Organismus, genauso wie das Selenid in der CIS Schicht (bei Sulfurcell durch den Schwefel ersetzt) – trüben die Umweltbilanz beträchtlich.

Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung zur nahtlosen Integration in die Gebäudehülle mit diesen Produkten einen Schritt vorangekommen: Die rahmenlosen Platten lassen sich z.B. als hinterlüftete Vorhangfassade oder in Pfosten/Riegelkonstruktionen einsetzten… zu sehen  beim Firmengebäude von Sulfurcell und verschiedenen Solar decathlon Projekten (Würth).

Read More

Th. Herzog / Regensburg 1979

(Q: www.arch.mcgill.ca)

Ästhetische Qualitäten des ökologischen Bauens und Wohnens, 1999 ist der Titel der Dissertation von Dr. Doris Haas-Arndt, die inzwischen an der FH Köln unterrichtet. Der Ansatz der Arbeit besteht in dem Versuch Kongruenz und Differenz in dem Ästhetikverständnis von ökologischem zum klassischen Bauen aufzuzeigen. Das Interessante an Ihrem Ansatz ist die Konzentration auf den ästhetisch/konzeptionellen Aspekt des ökologischen Bauens. Warum hat die Ästhetik des ökologischen Bauens in der jüngeren Geschichte, also seit den 1960er Jahren für die klassische Architekturästhetik oft diesen Hautgout?

Arndt „überfliegt“ die Geschichte der klassischen Architekturästhetik und beschreibt dann die ästhetisch wirksamen Bausteine des ökologischen Bauens. Anschliessend reisst sie im interessantesten Kapitel die Geschichte des ökologischen Bauen auf und führt die Verwendung der vorgenannten Bausteine in der Geschichte und vergangenen Gegenwart (sechziger bis neunziger Jahre) vor Augen.

Die Fragestellung, inwiefern sich Ästhetikverständnisse unterscheiden wäre der interessanteste Punkt der Abhandlung. Dies wird mir aber nicht sauber genug abgehandelt, Meiner Meinung nach wird auf die Thematik der Konstruktion und der Baustoffe die die Form letztendlich zwingend bedingen nicht konsequent eingegangen. Denn mit diesem Vehikel und der Unterstützung von Vitruvs Leitforderungen wäre man der von Arndt gewünschte praktische Theorie der Ästhetik des ökologischen Bauens viel näher gekommen. So verfängt sie sich ein wenig in den endlos unterschiedlichen Glaubensrichtungen der Thematik die kaum belastbare Gemeinsamkeiten aufweisen.

Wen´s interessiert (und wer gerne übersieht das Friedrich Schiller NICHT adelig war und der Begriff Synästhesie und nicht sinnesästhetisch heisst) der mag sich das „Book on Demand“ bestellen… Denn gegen die ausgesprochen Hoffnung von Arndt, die ästhetischen Maßstäbe mögen sich in Ihrer Differenz ergänzen und befruchten läßt sich ja nichts einwenden…

Read More

Internationale Konferenz Bauhaus Lectures 2010, veranstaltet von der          Stiftung Bauhaus Dessau, der Hochschule Anhalt (FH) und dem     Umweltbundesamt.   19/20.05.2010,  Aula im Bauhausgebäude.

(Bildquelle: http://www.bauhaus-dessau.de)

Aus dem Pressetext zitiert:“ Über „grüne und nachhaltige Architektur“ wird seit Jahren gestritten. Doch steckt hinter jeder Behauptung wirklich ein sinnvoller Umgang mit knapper werdenden Ressourcen? Wie ist es um das Verhältnis zwischen ökologischer Vernunft und modernem Gestalten bestellt? Eine internationale Konferenz unter dem Titel „Designing Ecologies“ am Bauhaus Dessau will nun untersuchen, wie die Architektur auf den Klimawandel reagiert, was nachhaltiges Design leisten kann, und wo Umweltpolitik gefragt ist. (…) Nach den Worten des Direktors der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, geht es um mehr als bloß Vordächer mit Sonnenkollektoren: „Es geht darum, wie wir Formen finden, die ökologisch verträglich sind. Dazu brauchen die Architekten und Designer auch ein besseres Marketing für die Technologien der Nachhaltigkeit.“ …

Read More

http://www.2010.bda-preis-bayern.de/preistraeger/2010/img/Deppisch_biohotel-herbst_Fotograf-Sebstian+Simon-Schels_k.jpg

(Bildqelle: www.bda-preis-bayern.de)

BDA Preis Bayern 2010 in der Kategorie Gewerbe- und Verwaltungsbau Sonderpreis Ökologie und Nachhaltigkeit des BDA Preis Bayern 2010. Biohotel im Apfelgarten, Hohenbercha, 2006

Architekt: Deppisch Architekten, Freising
Bauherr: Andreas Hörger,Biohotel + Tafernwirtschaft,Hohenbercha

„Beurteilung der Jury: Die Jury lobte die ressourcenschonende Bauweise mit nachwachsenden Rohstoffen; das Biohotel zeigt, wie zeitgemäßes nachhaltiges Bauen auf dem Land jenseits von kitschiger Rustikalität oder vordergründiger Öko-Ästhetik aussehen kann….“ da hat die Jury natürlich recht auch wenn dem BDA Bayern das ganze erst 4 Jahre nach Fertigstellung einen Preis wert war… Da zeigt zumindest dass es nicht allzuviel Konkurrenz gegeben hat in den letzten Jahren !

Das Hotel (oder eher Motel) ist auf einer StB Bodenplatte gegründet und besteht in der tragenden Struktur aus 145mm Kieferbrettschichtholz. Es besitzt eine 3fach Verglasung mit abwechselnd rahmenloser opaken Scheibe und einem gerahmten klaren Fenster mit Blick auf den Apfelgarten der Täferwirtschaft. Das Gebäude wird über einen Laubengang erschlossen, nur die Zimmer sind per BHKW beheizt. Eine Zwangslüftung mit Zuluft am Fensterstock und Abluft über Bad/WC sorgt für Frischluft. Die Dachfläche ist mit einlaminierten PV Elementen belegt und soweit geneigt dass das Wasser über die Längsrichtung und südliche Stirnwand  in den grundstückseigenen Weiher fliesen kann.

Das Haus zeigt als eines der wenigen Beispiele in Deutschland, das ökologisch fortschrittliche Architektur zu einer angemessenen „Leistungsform“ finden kann, die nicht auf einer ungezügelten Technikbegeisterung und Konstruktionsseligkeit gegründet ist, sondern der Umwelt und dem Nutzer vorrangig dienen möchte!

Read More

Im April ist eine Studie von Roland Berger zur Nachhaltigkeit im Immobilienmanagment erschienen: „…Die Erhebung basiert auf einer Ende 2009 durchgeführten Online-Befragung, an der sich über 40 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligt haben. Unter den Teilnehmern waren im Wesentlichen Manager von Immobilienportfolios (z.B. Immobiliengesellschaften, Immobilienfonds, Corporate Real Estate Management)….“
Die Nachhaltigkeitszertifikate erscheinen den befragten Teilnehmern noch nicht messbar vorteilhaft:

Read More

„be part of it“ ist der claim der diesjährigen ecobuilt 2010 die Anfang März mit 1000 Ausstellern und 41.000 Besuchern stattfand. Hauptsponsor ist der britische Zertifizierungsdienstleister bre. Die Konferenzthemn drehen sich hauptsächlich um das Thema zero carbon buildings. Teile der Vorträge sind noch auf der Website zu finden. Interessanter erscheint hier ein kurzer überblick über vorgestellte Produkte und Baukonstruktionen:

cityscape green walls: auf dem Kontinent ist vor allem das Produkte eines Niederländers bekannt. Hier gibt´s nochmal einen Überblick über Konkurrenzprodukte und -konstruktionen: Mobilane, Biotecture, ANSystem von Aldingbourne und MMA von Jakob rope systems

 

(Bildqelle: www.ecobuild.co.uk)

Schön und durchsichtig sind die Recyclingglasprodukte von eluna Green Bottle Unit LLP, Hackney, East London:„…Using glass bottles and float glass from the domestic and industrial waste stream, …. Surfaces such as tiles, paviours, worktops, cladding facades and now also beautiful bricks to build walls are available…. eluna offers a standard choice and bespoke solutions which can be produced as cast and polished forms to sizes up to 3 x 1 meter and to 20/50mm depth….“

Read More

Der sonnige Zehnkampf wird eigentlich vom U.S. Department of Energy für Hochschulen ausgeschrieben. Aufgabenstellung ist die Realisierung eines ±70m² grossen Wohngebäudes. Erstmalig fand der Wettbewerb 2002 in Washington statt. Nach 2002, 2005, 2007 und 2009 findet der nächste Amerikanische Decathlon 2011 statt. In den geraden Jahren wird ein „Solar Decathlon Europe“ stattfinden. Zum ersten mal in Madrid. Da die Vorbereitungen für ein Haus mindestens 1 Jahr benötigen, kann man sich nun überlegen ob die Europäer Ihre alten Modelle nach Amerika verschiffen oder umgekehrt.

Wettbewerbe wie dieser sind natürlich Wasser auf der Mühle des Fortschritts. Hier können wie in den  Follies, den technischen Spielereien in den englischen Landschaftsparks im 18.-19.Jhd die neuesten Spielereien der Bautechnik gefahrlos getestet werden. Die Präsentation der Projekte sollte ein Musterbuch des grünen Bauens ergeben.

Anbei das Siegerprojekt 2009 von der TU Darmstadt…ja wieder der gleiche Gewinner wie 2007. Für den Wettbewerb 2010 wird auch auf Youtube hochgerüstet: Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an Filmchen zum Bau und Konzept der solar decathlon Häuser. Der Beitrag der University of Nottingham: Wie ein Kommentar bemerkt, und das gilt eigentlich für die Gesamtheit dieser Haustechnik-Architektur-Grafik: “…these intelligent arrows convinced me definitly !” Naja, mache Dinge sind unausrottbar.

Read More

Q: Website clivusmultrum.nu

(Naturhuset; Architekt:Bengt Warne; ca.1977; Bildqelle:Clivusmultrum.nu)

Nach längerer Pause hat der Verfasser endlich mal wieder Zeit gefunden in Gegenwart und Vergangenheit zu stöbern: Ullrich Schwarz; Grünes Bauen, Ansätze einer Ökoarchitektur; Hamburg 1982. Das Taschenbuch ist in der Reihe Technologie und Politik als Nr.18 erschienen und trägt den Untertitel: Das Magazin zur Wachstumskrise…Dr. Ullrich Schwarz war damals wissenschaftlicher Mitarbeiter später Geschäftsführer der Hamburgischen Architektenkammer und ist seit 2004 Professor für Architekturtheorie an der TU Graz. Das Buch ist eine von Schwarz zusammenstellte Aufsatzsammlung die in vier Abschnitte geteilt ist: In die bisherige Entwicklung, die Planungsprinzipien und Gestaltungselemente des grünen Bauens, gebaute Beispiele und Strategien zur ökologischen Stadterneuerung. Die Autoren sind unter anderem G.Minke, V. Nikolic, D.Kehlbaugh und K.Otto. Dies zumindest Namen die heute noch bekannt sind. Was wurde damals eigentlich an Grundlagen gelegt und wieweit sind wir fast 30 Jahre später gekommen ? Sind wir heute mit green architecture aus dem Schattenreich herausgetreten?

wohin haben sich die  „spinnerten Ideen“ vom Biotekturinstitut des Rudolf Dörnach und die Öko-Stadt-Projekte von Merete Mattern hinentwickelt ? – ohne jemand zu nahe treten zu wollen, Doernach war Assistent von Buckminster Fuller und Mattern war die Tochter des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern – aber zum Glück oder leider haben nicht alle metaphysischen Theorien Anhänger gefunden. Es ist aber auch nicht alles umgesetzt worden was damals als Silberstreif am Horizont der technischen Möglichkeiten erschien. Was ist aus den Gewächshäusern in der Stadt, kugeligen Lehmbauten, Komposttoiletten und Luft- Sonnenkollektoren geworden ?

Im Editorial nimmt Ullrich Schwarz die Frage nach den Kriterien der Auswahl seiner gebauten Beispiel vorweg: Ausgewählt wurden die Musterprojekte „…nach den Grenzen des Vorzeigbaren“. Sind die Greenbuildings mit den vielen Medaillen inzwischen vorzeigbarer ? und Wie green sind die ausgezeichneten Gebäude überhaupt, spiegeln Sie die Erfahrung von weit über 30 Jahren Ingenieurkultur in diesem Bereich wieder ? Ich würde gerne mal an ein paar Beispielen aus dem Buch von Ullrich Schwarz die Entwicklung nachzeichnen. Beim Blick zurück ergeben sich doch erstaunliche Momente des Wiederkennens und vielleicht findet sich auch die eine oder andere Idee die unverdient am Weg liegen gelassen wurde.

Read More

WECOBIS ist ein Webbasiertes ökologische Baustoffinformationssystem. Es entstand aus der Datenbank ECOBIS. Diese ist im Jahr 2000 aus dem Fachinformationssystem BUG (Baustoffe – Umwelt – Gesundheit) des Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen weiterentwickelt worden. Träger ist das BmVBS mit verschiedenen Kooperationspartnern

Es bietet Lebenszyklusdaten für Bauprodukte mit Informationen zu Rohstoffwahl, Herstellung, Verarbeitung,  Nutzung und Nachnutzung sowie Online-Verknüpfungen zu weiteren Datenquellen

Das System wendet sich an Fachleute trägt aber inzwischen ein beachtliches Wissen in sich, auch wenn grosse Teile aus Standardliteratur wie z.B Zwiener/Mötzl zitiert werden.

Read More

Das englische Architekturbüro  dRMM von Alex de Rijke, Sadie Morgan und Philip Marsh (Royal College of Art) existiert seit ca 1995. drMM hat in den letzten Jahren durch seine systematische Konzentration auf innovative Holzkonstruktionen auf sich aufmerksam gemacht. Ausstellungen wie die Biennale in Venedig, in der Tate Modern und Preise wie 2009 den RIBA East Award für das „sliding house“ begleiten das junge Büro durch Ihre Karriere. Ihre nicht nur für Grossbritannien innovativen Holzkonstruktionen entwerfen sie und arbeiten diese mit Michael Hadi Associates als Tragwerksplaner aus. Eine Vortragsreihe von de Rijke trägt den obengenannten Titel er hat dieses Jahr die Peter Behrens Gastprofessur an der PBSA, dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Düsseldorf.

(http://www.drmm.co.uk/dRMM/projects)

„…ökologische Qualität, sozialen Anspruch und avancierte, materialbasierte Ästhetik..“ ist der Anspruch von drMM. Die Freude an der Arbeit sieht man den Projekten unübersehbar an. Hier konstruiert ein Architekt und Ingenieur der sich mit seiner unverkrampften Art wohltuend von der deutschen etwas freudlosen  Ingenieurkultur mit ihrem „Weltverbesserungsanspruch“ abhebt.

Read More
Login